Sensorische Sensibilität ist die offensichtlichste Anforderung. Wer Wassersommelier werden will, muss bereit sein, seine Wahrnehmung zu schärfen und zu trainieren. Das ist keine Frage von Talent, sondern von Übung und Aufmerksamkeit. Was viele unterschätzen, ist die Bedeutung der Kommunikationsfähigkeit. Ein Wassersommelier arbeitet mit Menschen. Er erklärt, begeistert, führt durch Verkostungen, hält Vorträge und berät. Wer nicht in der Lage ist, komplexe Inhalte verständlich und mitreißend zu vermitteln, wird in diesem Beruf nicht weit kommen.
Dazu kommt Neugierde. Die Welt der Wässer ist riesig. Es gibt Tausende von Mineralwässern weltweit, jedes mit einem anderen Profil, einer anderen Geschichte, einer anderen Herkunft. Wer aufhört, neugierig zu sein, hört auf, ein guter Wassersommelier zu sein. Und schließlich braucht es eine gewisse Bereitschaft, eine Außenseiterposition einzunehmen. Wasser als ernsthaftes sensorisches Produkt zu vertreten, ist in vielen Kontexten noch immer ungewohnt. Wer Wassersommelier werden will, muss bereit sein, Überzeugungsarbeit zu leisten, aber er wird dabei feststellen, dass die Reaktionen fast immer positiv sind, sobald die Skepsis dem ersten Schluck gewichen ist.